Alljährlich begeben sich auch Weimarer Antifaschist_innen rund um den 14. Februar auf den Weg nach Dresden, um dem Mob von trauernden Deutschen und Nazis entgegenzutreten.
Dieses Jahr gelang es jedoch nicht allen reisenden Gegendemonstranten Sachsens Landeshauptstadt unversehrt zu erreichen. Sieben Insassen eines Kleinbusses aus der „Klassiker-Stadt“ wurden bei erreichen der Raststätte Rabensteiner Wald in der Umgebung von Chemnitz, von gewaltbereiten Neonazis empfangen. Eine Betroffene berichtet:
„Als die Antifaschist_innen eine Gruppe von ca. 60 offensichtlichen Nazis (viele Glatzen, B-Jacken, dunkle Kleidung, Bier, keine Bürgerlichen) um einen Reisebus herum und vor dem Raststätten-Eingang stehen sahen, blieben sie erst kurz am Auto stehen und berieten sich, da eine Person aber schon in Richtung Toiletten losgegangen war entschlossen sich nun alle, in Richtung des Raststättenhauses zu gehen. Zwei der Antifaschist_innen fielen durch bunte Haare und bunte Kleidung auf, woraufhin die Nazis „guckt mal, zwei Punks!“ riefen, auf die Gruppe zu gerannt kamen und begannen diese erst mit Schnee- und Eisbällen, dann auch mit Bierflaschen zu bewerfen. Zwei Personen der „Linken Gruppe“ befanden sich auf der Toilette, während die Anderen sich in die Raststätte flüchteten. Doch die Nazis folgten in das Gebäude und begannen auf vier der fünf Personen einzuschlagen und zu treten. Erst als ein „etwas ordentlicher aussehender Rechter“ (vom Auftreten her Partei-Kader) einschritt und die in dem Moment hilflosen Linken in Richtung eines Hinterausganges lotste, lockerte sich die Situation etwas.
Doch draußen stand schon wieder ein Mob Nazis, verstärkt durch einen zweiten Bus, der mittlerweile eingetroffen war. Wieder flogen Flaschen und Eisbrocken, eine/r der Antifaschist_innen wurde von einer Flasche am Kopf getroffen. Eine andere Person wurde zu Boden getreten und erhielt weitere Tritte gegen den Kopf. Unter einem Hagel diverser Wurfgeschosse schaffte es die Gruppe sich wieder am Auto zu treffen, an welchem mittlerweile die Rückspiegel zerbrochen und zerstört worden waren. Während sich die sieben Leute hektisch ins Auto warfen und gleichzeitig weiterhin versuchten fliegende Gegenstände abzuwehren, wurde die Heckscheibe des PKW mit einer Bierflasche eingeworfen und viel in einem Schauer aus kleinen Glasscherben in das Fahrzeug. Währenddessen war ein dritter Bus voller Nazis auf dem Parkplatz eingetroffen, sowie ein bis zwei PKW voller Rechtsextremer. Nachdem die Antifaschist_innen in ihrem PKW wieder auf die Autobahn aufgefahren waren, wurde von ihnen die Polizei informiert.
Die vier Verletzten Antifaschist_innen kamen glücklicherweise mit kleinen Platz- und Schürfwunden, einigen blauen Augen und Nasen, Hämatomen am ganzen Körper, einer zerbrochenen Brille und einigen Schäden am Auto davon.“
Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen dieses rechtsmotivierten Gewaltakts und werden solche Angriffe nicht länger hinnehmen.